Urlaub im Nordosten Mallorcas, 1.-12. Mai 2013 (7/12)

In Port de Pollenca angekommen, das sich, den Inschriften an Geschäften und Restaurants nach zu urteilen, offenbar fest in englischer Hand befindet, stellen wir den Wagen ab. Wir wählen einen Spaziergang durch das Vall de Boquer, das am Anfang der Formentor-Halbinsel zwischen zwei felsigen Höhenzügen nordwärts bis ans Meer verläuft. Der gut begehbare Fußweg passiert eine Finca und dramatische Felsformationen, alte Mauern und Wasserleitungen. Wir begegnen vornehmlich britischen Vogelfreunden mit Ferngläsern, gewaltigen Objektiven und Teekannen. Mit ihrem Fish & Chips-T-Shirt, den rötlichen Haaren und Sommersprossen wird R. bestimmt auch für eine Engländerin gehalten. Links und rechts des Weges tauchen immer wieder halbwilde Ziegen zwischen den Sträuchern und in der Ferne auch Schafe auf.
Das letzte Stück des Weges ist etwas beschwerlicher, auf unwegsameren Pfaden geht es (vorbei an einer toten Ziege, halb Kadaver, halb Skelett) bergab zu einer schmalen, märchenhaften Bucht, an deren Kieselstrand sich außer uns nicht mal ein halbes Dutzend andere Menschen aufhalten. Jetzt fehlt nur noch ein Piratenschiff oder eine Schmugglerbande, und die Kulisse für den nächsten Abenteuerfilm wäre perfekt. Am östlichen Ende der Bucht kommt eine steil abfallende Anhöhe zum Vorschein, die wie eine Insel wirkt, aber nur der Ausläufer des nächsten Kaps, Punta Nau, ist. Dort stauen sich die landeinwärts ziehenden Wolken. Einer amerikanischen Touristin und ihrem Sohn biete ich an, ein Foto von ihnen zu machen. Das wird dankend angenommen (mein erstes Foto mit einem Mobiltelefon). Derweil rettet R. einen auf den Rücken gefallenen Laufkäfer.
Zurück in Port de Pollenca spazieren wir noch etwas an der von Kiefern flankierten Waterfront mit ihren hübschen Häusern entlang. Wir hören nur englisch sprechende Leute, so dass wir uns fast im walisischen oder englischen Sommerurlaub wähnen. Wir beobachten entenähnliche, startende und landende Wasserflugzeuge und vermuten, dass es Löschfluzgzeuge der örtlichen Feuerwehr sind. Anschließend geht es mit dem Auto weiter nach Pollenca. Obwohl der Ort, der zwischen einem kleineren Kalvarienberg und einem höheren Klosterhügel liegt, offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel ist, davon zeugen auch die vielen Schnickschnackläden und Restaurants, hat er sich doch mit den vielen engen Gassen und der alten Bebauung seinen Charme bewahrt.



Als Filme haben wir im Gepäck die DVD "Vaterland" (D 2002, +/++), eine sehenswerte Dokumentation von Thomas Heise über Straguth in Sachsen-Anhalt, Luftwaffenstützpunkt im Dritten Reich, in der DDR und im wiedervereinten Deutschland, sowie die erste Staffel der hoch gelobten TV-Serie "Girls" (USA/HBO 2012, 0). Viel versprechend, als kritische, intelligente und sozialrealistische Antwort auf "Sex And The City" (also eine der übelsten Serien/Filme des letzten Jahrzehnts) gehandelt, enttäuscht sie mich dennoch. Nach vier, fünf Folgen habe ich die Nase voll. Vielleicht verstehe ich von den Witzen und kulturellen Anspielungen zu wenig, vielleicht bin ich nur zu alt dafür. Aber ich finde die Charaktere der Hauptfiguren uninteressant und unsympathisch, Handlung ist Fehlanzeige, nur übersexualisiertes Gerede. Das ist "Sex And The City" für junge, urbane Akademikerinnen, also nichts für mich.












































